Zwischen Hamburg Marathon und Madrid Marathon – Gedanken zur Tesla Strategie – oder warum ich nicht an Tesla´s Zukunft als Automobilhersteller glaube

Heute morgen bin ich in Timmendorfer Strand früh gestartet, um nach Madrid zu fliegen und dort an der Jahreskonferenz der

Beginn des Werbeblocks 🙂

wil groupWIL Group teilzunehmen, dem führenden internationalen Provider von Interim-Management Solutions. Neben meinen vielen anderen Aktivitäten bin ich ja auch Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsführung der Management Angels. Die Management Angels GmbH ist Mitgründer und Partner der WIL Group und hatte bereits im letzten Sommer ein spannendes Event, in dem unsere Kunden und Interim Manager Tesla Model S Probefahrten machen konnten.

Ende des Werbeblocks 🙂

Heute morgen hätte ich in Hamburg fast meinen Flieger verpasst, weil durch den hamburg marathon

Hamburg Marathon fast alle Zufahrtsstrecken zum Flughafen gesperrt waren. Und kaum in Madrid angekommen, kann ich mein Hotel nicht erreichen, weil die Zufahrt wegen des

madrid marathonMadrid Marathons gesperrt ist.

madridNun sitze ich einem netten kleinen Kaffee bei Tapas und Vino Blanco und veröffentlich gleich den Beitrag, den ich auf dem Hinflug verfasst habe.

Gedanken zur Tesla Strategie – oder warum ich nicht an Tesla´s Zukunft als Automobilhersteller glaube

Schon seit einigen Monaten denke ich regelmäßig darüber nach, ob Tesla möglicherweise eine ganz andere Strategie verfolgt, als die offensichtliche.

Wenn man heute Wirtschaftsfachleute und auch Tesla-Besitzer fragt, was wohl die Strategie von Tesla sei, kommt einhellig die folgende Aussage: Tesla will den Automobilmarkt revolutionieren und zu einem marktführenden Automobilunternehmen werden. Dieses wird unterstützt durch die bereits vor einigen Jahren veröffentlichte Vision von Elon Musk, dem Gründer von Tesla.

 

vision elon musk 2006

Danach befindet sich Tesla immer noch auf dem strategischen Pfad.

Was ist aber, wenn Tesla im Hintergrund eine viel weitreichendere Strategie hat.

Ich glaube Tesla will den Energiemarkt revolutionieren und zu einem führenden Energiekonzern werden. Warum glaube ich das:

1. Tesla investiert in die weltgrößte Batteriefabrikgigafactory2. Tesla hat alle Patente offengelegt, mit denen andere Automobilhersteller vergleichbare Elektrofahrzeuge wie das Model S bauen könnenpatente3. Tesla entwickelt Elektrofahrzeuge in verschiedenen Klassen, um der bestehenden Automobilindustrie zu zeigen, dass es möglich ist, alltagstaugliche und reichweitenstarke Elektro-Fahrzeuge zu bauen, die gleichzeitig wirtschaftlich sind und erzeugt damit einen Entwicklungsdruck in der Automobilindustrie

4. Tesla investiert massiv in ein Netz von E-Tankstellen, die ausschließlich kompatibel mit den eigenen Batterien und dem dazugehörigen Energiemanagement sindsupercharger network5. Tesla wird in wenigen Tagen voraussichtlich ein revolutionäres Speicherprodukt für den Heim- und wahrscheinlich auch für den professionellen Bedarf ankündigen

30april

Stellen wir uns doch einmal folgendes Szenario vor:

  • Ein oder zwei führende Automobilhersteller entwickeln derzeit im Geheimen eine neue Generation von Elektrofahrzeugen, die auf Teslas Technologien und vor allem den Batterien und dem Energiemanagement von Tesla aufsetzen
  • Diese Automobilhersteller liefern in Kürze Fahrzeuge aus, die an dem wachsenden Supercharger-Netz von Tesla, ebenso wie die Fahrzeuge von Tesla kostenlos laden dürfen. Genau unter diesem Aspekt ist der Alleingang von Tesla, ohne Subventionen ein eigenes Ladenetz aufzubauen, nachvollziehbar.
  • Finanziert wird das kostenlose Laden über den Kaufpreis, den Strom wird Tesla selbst günstig einkaufen oder erzeugen und an die Hersteller verkaufen
  • Durch diese Revolution geraten andere Automobilkonzerne unter starken Handlungsdruck und werden schnell versuchen, Modelle auf der Basis der Tesla Batterietechnologie zu entwickeln und werden so zu zusätzlichen Nachfragern für diese Technologie
  • Zu jedem Supercharger wird ein entsprechendes System zur Energieerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien vom einem alternativen Energieerzeuger/-betreiber in Kooperation mit Tesla gebaut, in der Regel Windräder oder Photovoltaik Systeme, so dass der vom jeweiligen Supercharger benötigte Energiebedarf selbst erzeugt werden kann.
  • Die Speichertechnologie von Tesla wird auch dazu genutzt, bei fehlendem Wind bzw. fehlender Sonne oder nachts die zuvor zuviel erzeugte Energie bereitzustellen. Hierfür werden entsprechende Großspeichersystem auf Basis der Tesla Batterietechnologie entwickelt. Vorteil dieser Systeme ist, dass der erzeugte Strom direkt verbraucht wird und nicht zu Niedrigpreisen ins öffentliche Netz eingespeist werden muss
  • Führende Hersteller von Photovoltaik-Systemen für den Heimbedarf setzen auf die Tesla Technologie und erlauben es, Strom, der über PV Systeme auf dem eigenen Dach gewonnen wurde, in so großem Maße zwischenzuspeichern, dass das Laden der eigenen Elektrofahrzeuge mit eigenerzeugtem Strom konkurrenzlos günstig wird
  • Das Energiemanagement-System der Tesla Batterien erlaubt es, auch die eigene Fahrzeugbatterie für den heimischen Stromverbrauch anzuzapfen, wobei in diesem Fall der Strom, der ggf. vorher am Supercharger kostenlos aufgeladen wurde, für die Nutzung außerhalb des Fahrzeuges kostenpflichtig – aber wesentlich günstiger als der über das öffentliche Netz bereitgestellte Strom ist.
  • Tesla wird seine Automobilsparte an ein anderes Unternehmen (ob Automobilhersteller, Elektronik oder Softwarekonzern lasse ich hier offen) verkaufen und somit als neutraler Zulieferer für alle Automobilhersteller attraktiv. Den Gewinn aus dem Verkauf der Automobilsparte wird Tesla reinvestieren in den Aufbau weiterer Batteriefabriken inkl. der notwendigen Recyclingfabriken.

Warum veröffentliche ich diese Gedanken in meinem Blog? Ich möchte ein von mir gewünschtes Zukunftsszenario vorstellen und freue mich auf eine angeregte Diskussion.

6 Gedanken zu „Zwischen Hamburg Marathon und Madrid Marathon – Gedanken zur Tesla Strategie – oder warum ich nicht an Tesla´s Zukunft als Automobilhersteller glaube“

  1. Hallo Klaus Olaf,

    sehr gut ausgeführt. Ich habe mich am 30.04. entschieden,
    meinen derzeitigen Wagen einen Mercedes (der mir sehr treue Dienste seit 9 Jahren leistet) zu verkaufen und einen Tesla Model S gekauft. Warum – es ist Autofahren 2.0, kein Verpesten, kein Lärm und sehr elegant.
    Ich denke, Musk denkt nicht in entweder oder sondern in sowohl als auch. Denn je mehr Tesla verkauft, auch die neuen preiswerteren Modelle, desto attraktiver werden die Preise und vor allem wird sich die Einstellung ändern….wie damals von Pferd auf Auto 1.0. Es wird so sein, das Luftverpesterautos so angesehen werden wie Dampfmaschinen. Sie werden so nostalgisch wie Trabbis. Klar könnte ein Autounternehmen sich überlegen, warum alles neu erfinden, wenn man kaufen kann. Doch die meistens Autohersteller verschlafen den Zeitgeist und die Zukunft – und das aus völlig verständlichen, wenn auch fehlerhaften Gründen: E-Autos brauchen keine Zylinder, keinen Auspuff, kein Öl, kein Getriebe etc. das heißt sehr wenig Reparaturen für Werkstätten inkl. Ersatzteilen. Das bedeutet für viele Zulieferer das Aus, sofern sie nicht vorher reagieren.
    Es ist wie bei Nokia, dem ehemaligen Weltmarktführer für Handys. Es hat in ähnlicher Weise die Zeichen der Zeit nicht erkannt und bitter dafür bezahlt. Die Geschichte zeigt es immer wieder: die großen technischen Veränderungen kommen nie von der Branche selbst sondern meist von branchenfremden Genies.
    Es waren nicht die Eispicker vom Hudson die die Eismaschine oder den Kühlschrank erfunden haben. Oder Kodak – die hatten die digitale Kamera erfunden – sich jedoch ihr altes Geschäftsmodell nicht kaputt machen wollen – bis sie selbst dadurch insolvent wurden. Und die Moral von der Geschicht?
    Innovative Technologien lassen sich nicht aufhalten, sie setzen sich durch, egal wer versucht, sie zu verhindern.

  2. Hallo zusammen
    habe mir auf Ende des Jahres auch einen TESLA S bestellt. Auch ich möchte unter die 2.0 Fahrer gehen. Für mich ist der Tesla, das momentan einzig vernünftige Elektrofahrzeug. Für mich ist es ein Test für die Zukunft . Wir haben einen Fuhrpark von fast 30 Fahrzeugen, wobei die PKW´s die Minderheit sind. Ob sich das Elektrofahrzeug schlussendlich durchsetzen wird hängt nicht von irgend welchen Subventionen ab, sondern von dem einfach nur „wollen“ unserer Automobilherstellern in Deutschland. Leider (ver) schlafen die meiner Meinung nach diesen Markt und das mit voller Absicht. Es liegt nicht alleine am Preis solcher Fahrzeuge, sondern an den Folgegeschäften was so mit Ersatzteilen verdient wird. Meiner Meinung nach fährt Herr Musk mehrere Strategien. Mit dem Auto nun auch das Speichermedium für Private/Geschäftliche Photovoltaik Anlagen. Mit 2 Beinen steht es sich einfach besser. Ob das Elektrofahrzeug sich am Ende durchsetzen wird, das wird die Zukunft zeigen. Es gibt noch viele andere gute Ideen, auch den Otto oder Dieselmotor am Leben zu erhalten und das ohne Erdöl !
    Auf jeden Fall freue ich mich auf das Fahrzeug und bin davon überzeugt auch ein ganz, ganz kleinen Teil zum Umweltschutz mit beigetragen zu haben.

  3. Ich glaube auch, dass Tesla ein Energieunternehmen wird. Mit etwas Einblick in die Automobilindustrie wird aber klar, dass kein PKW-Hersteller – auch wenn es ein großer Fehler ist – in die Tesla-Technologie einsteigen wird.

    Man wird bis Ultimo warten, bis man Akkus bei LG oder BYD unter Druck kaufen wird. Solange der nächste Bonus sich mit einem Verbrennungsmotor erzielen lässt, denkt Niemand wirklich an E-Autos und lobbyiert weiter wie bisher.

  4. Ich denke auch das Tesla sich zu einem Energiemonopolisten entwickelt wird.
    Tesla ist der Vorreiter einer neuen Batterie- & Elektrotechnologie. Und das wird in den kommenden Jahren der springende Punkt sein.
    In ferner Zukunft wird kein Autohersteller an der Tesla Technologie mehr vorbei kommen. Dann hat Tesla sein eigenes Ladesystem ausgebaut. Der geneigte Automobilist & Automobilhersteller wird dann von Teslas Energistationen abhängig sein.
    Wir werden die neue Zeitrechnung nicht verschlafen & bei unserer (zukünftigen) ländlich gelegenden Pension eine E-Ladestation aufstellen.

    Die deutsche Politik & Autoindustrie ignoriert bewußt den wachsenden Markt der neuen modilen Epoche.
    Mercedes hat die geniale Idee der Brenstoffzelle eingestellt. Mercedes schließt sein mit 30 Millionen supventioniertes Batteriewerk in Sachsen.
    Das ist das Problem der deutschen Automobilindustrie. Sie wollen nicht selbstständig tätig werden, nicht investieren. Sie halten wie zur Steinzeit die Hand auf & verlangen Milliarden von Supventionen vom Staat. Doch die Rechnung wird nicht aufgehen.
    Schon Morgen wird die deutsche Automobilindustrie vielleicht nicht mehr existieren. Da die Stromer & der geneigte Automobilist ihnen davon gefahren sind.
    Schaue ich mir die Verkaufszahlen des Model S an, sind es in der Bundesrepublik vorwiegend Privatkunden die sich für Tesla entscheiden. Und das will was heißen in der Premiumklasse, wo die meisten Fahrzeuge gewerblich gemietet sind.

    Ich warte auf den ersten praxistauglichen Lieferwagen von Tesla, dann gehöre ich mit zu den ersten Nutzern.

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